HERR LEUTNER

Martina Stapf und Herr Leutner
HERR LEUTNER, 2015

Her own space and her own body become the central theme of this analogue photo series. Exhibited in a foreign room with foreign bodies. By exhibiting, an interaction between the private and the public takes place, intimacy comes to the outside, inside becomes visible, a reversal. Each space in itself lives only through its use by the human body and this stimulation is continued in the exhibition space. The interaction between the private and the public is discussed in the following ways: 1. contentual in photography, 2. subsequently with the act of issuing these photographs, 3. with the movement and action of individuals in the exhibition space, so there are three levels to discourse. An identification of the human in material, a playful approach and a love for the own interior should also be made visible. Furthermore, the role of the woman in the domestic, which is deeply embedded in its history, is thematised. But by seeing & not seeing parts of the female body, the attention to the parts not shown, is created by concealment, it comes to its re-eroticization or objectification. The visibility of the self-timer illustrates a self-determined but lonely action of the artist (as a woman).

Die Ausstellung zeigt eine Serie von Selbstportraits, in der das Verhältnis von privatem und öffentlichem Körper sowie Raum anhand einer spielerischen Verbindung von Materiellem und Menschlichem (Interieur), auf mehreren Ebenen diskutiert wird.

Der weibliche Körper verschwindet hinter, unter oder in verschiedenen Objekten, der ihn täglich umgebenden Einrichtung. Durch das Nicht-Sehen von (bestimmten) Körperteilen und spezifisch eingenommene Körperhaltungen, wird die Aufmerksamkeit erst auf diese gelenkt, der Fokus verlagert sich aber zum Teil auch auf das Materielle. Die Stellung der Frau ist damit im häuslichen Raum eingebettet. Nicht nur als historischer Aspekt. Als Gegensatz dazu steht die auffallende Sichtbarkeit des Selbstauslösers, der selbstbestimmtes Handeln der Künstlerin (als Frau) verdeutlichen soll.

Der eigene Körper und der eigene Raum der Künstlerin werden durch diese Fotografien in einen fremden Raum mit fremden Körpern überspielt. Durch den Prozess des Ausstellens gelangt Privatsphäre nach außen, Innen wird ausgelagert, Interieur wird Exterieur. Eine Interaktion zwischen Privat und Öffentlich zieht so durch mehrere Ebenen: Zuerst in den Fotografien durch das Verbergen von bestimmten Körperteilen, anschließend mit dem Ausstellen eben dieser und weiter mit dem Bewegen und Handeln von einzelnen Akteuren im Ausstellungsraum. Eine vierte Ebene bildet die physische Anwesenheit privater Möbelstücke der Künstlerin. Im Raum arrangiert werden diese zur Vernissage aufgestellt sein, wobei es nicht um die Idee der direkten Nachbildung des privaten Raumes gehen soll, die gewählte Form des Displays soll eine Inszenierung von Intimität sein, eine Belebung des Rahmens, die auch die Frage aufwirft, was ein Raum überhaupt ist: Architektur, 4 Wände oder sozialer Austausch?

Neben jeder Fotografie ist ein kleines dazugehöriges Werk gehängt, das als Notiz fungiert und die Leerstelle thematisiert, die durch das Fehlen vom Körper im Raum entsteht. Die spezifische Anordnung verweist auf den Standpunkt des Sujets im Raum.

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2018-12-17T12:30:45+00:00